Werke

01 GrossgarageGroßgarage Südwest

1952, Verlag das Neue Berlin

Erster Kriminalroman der DDR

Gesamtauflage 145.000

Übersetzungen ins Tschechische, Slowakische und Ukrainische

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Verzapft 1945 in US-Kriegsgefangenschaft zum Spaß meiner Zeltkameraden; später angereichert mit dem Fachwissen eines Kriminalrats a. D. und Recherchen in den Polizeipräsidien von Ost- und Westberlin.


02 Mit KräuterschnapsMit Kräuterschnaps und Gottvertrauen

1953, Verlag das Neue Berlin

Auflage 20.000

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Entstand nach meinem Drogistenjahr im 60-Mann-Betrieb Carl Reinhardt in Tangerhütte bei Stendal. Ein Ost-CDU-Mann protestierte gegen den blasphemischen Titel, da nahm der Verlag das Buch aus dem Programm: Schnaps & Gott in einem Satz? Kurz nach dem 17. Juni durfte das nicht sein!


03 Unternehmen ThunderstormUnternehmen Thunderstorm

1954, Verlag das Neue Berlin

Gesamtauflage 180.000

Übersetzungen ins Tschechische, Slowakische und Ukrainische

Für diesen Roman erhielt Wolfgang Schreyer 1956 den von der Deutschen Akademie der Künste verliehenen Heinrich-Mann-Preis.

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Mein Kriegsbuch – voll von Selbsterlebtem, Berichten von Zeitzeugen und umfangreichen Recherchen, auch in der Deutschen Bücherei zu Leipzig, deren Chef mir den „Giftschrank“ mit westlicher Memoiren-Literatur öffnete. Der Arbeitsdruck verursachte mir Herzschmerzen, zum ersten und auch zum letzten Mal im Leben.


04 Die Banknote IIDie Banknote

1955, Verlag das Neue Berlin

Illustrationen: Klaus Poche

Gesamtauflage 50.000

Übersetzungen ins Tschechische und Lettische

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Angeregt durch eine Story in dem 30er-Jahre-Büchlein „Man kann ruhig darüber sprechen“ schrieb ich diesen Roman, auch um mich von dem Kriegsbuch zu erholen, zu meinem eigenen Vergnügen.


05 Der Traum des Hauptmann LoyDer Traum des Hauptmann Loy

1956, Verlag das Neue Berlin

Illustrationen: Klaus Poche

Gesamtauflage 170.000

Übersetzungen ins Ungarische, Bulgarische, Slowakische, Lettische und Russische

Der Roman wurde 1961 unter der Regie von Kurt Maetzig für das Kino verfilmt.

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Das Buch beruht auf dem ersten spektakulären Luftzwischenfall im Kalten Krieg: dem Abschuss eines US-Spähflugzeugs vom Typ „Privateer“ am 8. April 1950 beim Karfreitags-Manöver der Sowjet-Marine vor der lettischen Küste der UdSSR.


06 AlaskafüchseAlaskafüchse

1959, Verlag des Ministeriums für nationale Verteidigung

Illustrationen: Klaus Poche

Gesamtauflage 150.000

Übersetzungen ins Ungarische und Ukrainische

Die Erzählung wurde 1964 unter der Regie von Werner W. Wallroth u.a. mit Armin Mueller-Stahl für das Kino verfilmt.

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Angeregt durch Pressemeldungen über Versuche der US-Airforce, über der Arktis nach Luftproben zu fischen, die von sowjetischen Atomversuchen überm ewigen Eis herrührten.


07 Das grüne UngeheuerDas güne Ungeheuer

1959, Verlag das Neue Berlin

Illustrationen: Klaus Poche

Gesamtauflage 160.000

Übersetzungen ins Ungarische und Tschechische

Der Roman wurde 1961 unter dem Titel „Der grüne Papst“ im Deutschen Militärverlag neu herausgegeben. 1962 entstand unter der Regie von Rudi Kurz eine Verfilmung – der erste Fünfteiler des DDR-Fernsehens, in den Hauptrollen mit Jürgen Frohriep und Kati Székely, sowie Eva Maria Hagen und anderen. Der Film wurde 2013 von Studio Hamburg auf DVD veröffentlicht.

Der Stoff verarbeitet den US-geführten Staatsstreich in Guatemala im Jahr 1954, den ersten von der CIA organisierten Putsch im Ausland, der zum Vorbild für weitere Aktionen des Geheimdienstes wurde (Operation PBSUCCESS).

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Mein erster Versuch, ein Romangeschehen in Ich-Form zu erzählen. Flottes, leich aufnehmbares Fabulieren glitt damals hinweg über die mir noch fehlende intime Sachkenntnis der karibischen Szene.


08 Tempel des SatansTempel des Satans

1960, Verlag des Ministeriums für nationale Verteidigung

Gesamtauflage 460.000

Übersetzungen ins Russische, Lettische, Tschechische und Slowakische

Der Roman wurde 1962 als Fernseh-Mehrteiler unter der Regie von Georg Leopold verfilmt und kam später auch ins Kino. Der Film wurde 2015 von Studio Hamburg auf DVD veröffentlicht.

Zum Inhalt: Einigen Journalisten der Conti Press ist es vergönnt, exklusiv über den Start der neu entwickelten Interkontinentalrakete Skylight 3 vom Raketenzentrum CBA zu berichten. Doch der Test endet in einem Desaster. Teile der Rakete lösen sich und der mit Napalm bewaffnete Kopf treibt unkontrollierbar ab. Dem ehemaligen Piloten und Starreporter Pit Nordfors gelingt es, die skandalösen Hintergründe des Fehlstarts aufzudecken. Doch die Conti Press zieht seinen Artikel zurück, da sich herausstellt, dass die CBA Großaktionär des Zeitungskonzerns ist. Nordfors bekommt bald die Gelegenheit, die Mächtigen mit ihren eigenen Waffen zu schlagen.

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Die Idee kam von meinem Düsseldorfer Freund Hubert von Blücher, der jahrelang in Hollywood tätig war und, 4 Jahre älter als ich, mir mit all seiner Weltkenntnis half, als unser Projekt 1957 zunächst als DEFA-Film gestoppt wurde.


09 Die PiratenchronikDie Piratenchronik

1961, Kongress Verlag

Dieses Sachbuch zum Thema Luftspionage erschien 1967 in überarbeiteter und aktualisierter Form unter dem Titel „Augen am Himmel“ im Militärverlag. Die Gesamtauflage betrug 120.000 Exemplare.

Übersetzungen ins Polnische, Ungarische, Slowakische und Bulgarische

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Ursprünglich eine Serie, die in der „Neuen Berliner Illustrierten“ erschien, mit Fotos aus dem Bildarchiv und bereichert um Erinnerungen des deutschen Fernaufklärungs-Piloten Leutnant Diedrich Willms, mir von ihm selbst erzählt.


10 VampireVampire, Tyrannen, Rebellen

(zusammen mit Günter Schumacher), 1963, Militärverlag

Der Fotobildband zur kubanischen Revolution erschien in einer Auflage von 15.000 Exemplaren.

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Der DDR-Kulturattaché Günter Metzker schlug mir 1962 auf Cuba dieses gemeinsame Buch vor, gestützt auf das Archiv des Castro-Leibfotografen Alberto Korda, den wir mehrfach in Havanna besuchten. Als Diplomat musste Metzker für den Buchtitel seinen Namen in „Schumacher“ ändern.


11 Preludio 11Preludio 11

1964, Verlag Das Neue Berlin

Gesamtauflage 60.000

Der Stoff entstand zunächst 1963 als Kinofilm, unter der Regie von Kurt Maetzig. Zu den Darstellern gehörten u. a. Günther Simon und Armin Müller-Stahl. Der Film wurde 1963 auf Kuba gedreht und in Havanna uraufgeführt. Schreyer berichtete davon unter anderem 2012 in seinem Nachruf auf Kurt Maetzig.

Zum Inhalt: Der amerikanische Offizier McLash, vier Exilkubaner und ein Guatemalteke landen an der Küste Kubas. Sie sollten eine Invasion unter dem Codewort „Preludio“ vorbereiten, eine strategisch bedeutende Brücke sprengen und Verbündete gegen Castros Regime rekrutieren. Kommandant Palomino ist schwankend und wird ihr erster geheimer Komplize. Seine Mitarbeiterin Daniela erfährt von den Plänen zum Staatsstreich. Ausgerechnet ihrem verräterischen Kommandanten vertraut sie sich an und wird damit zum Spielball der konterrevolutionären Kräfte – bis die Sicherheitskräfte in Havanna samt Leutnant Quintana dem Unternehmen auf die Spur kommen.

Der Film wurde 2006 von Icestorm Entertainment auf DVD veröffentlicht.

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Mich reizte an diesem Stoff, dass Palomino sich erst dann von Fidel Castro abwendet, als er sich von dessen Geheimdienst beobachtet fühlt. Das folgte eigenen Erfahrungen mit dem MfS und führt zu Zensurschwierigkeiten; doch der beherzte Leiter der Analysengruppe des DDR-Kulturministeriums, Dr. Eberhard Günther, stand mir bei.


12 Fremder im ParadiesFremder im Paradies

1966, Mitteldeutscher Verlag

Der Roman erschien 1971 in Westdeutschland im Ustad Verlag, außerdem 1982 in überarbeiteter Form im Mitteldeutschen Verlag unter dem Titel „Eiskalt im Paradies“ (Neuausgabe hier). Die Gesamtauflage betrug 200.000 Exemplare.

Übersetzungen ins Bulgarische und Slowakische

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Im Winter 1965 besuchte mich Fritz Reusrath in Ahrenshoop. Er war Kampfschwimmer in der Wehrmacht gewesen und hatte ein Gerät zum elektronisch gestützten Fischfang entworfen. Als er mit dieser Idee an akademischen Widerständen scheiterte, beriet er mich mit seiner Kriegs- und Auslandserfahrung so intensiv, dass er mir selbst das Geräte-Tauchen im Stechlinsee beibrachte.


14 Aufstand des SisyphosAufstand des Sisyphos

(zusammen mit Jürgen Hell), 1969, Militärverlag

Gesamtauflage 20.000

Ein Sachbuch über die Befreiungsbewegungen in Lateinamerika

Anmerkung Wolfgang Schreyer: An die Stelle des Panamá-Kenners Karl-Heinz Poppe, München, trat der DDR-Cuba-Experte Jürgen Hell bei diesem Projekt, das der Militärverlag nicht zur Hälfte einem Westdeutschen überlassen wollte.


15 Der gelbe HaiDer Gelbe Hai

1969, Verlag Das Neue Berlin

Gesamtauflage 100.000

Der Roman erschien 1972 in Westdeutschland bei dtv.

Übersetzungen ins Ungarische, Ukrainische und Tschechische

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Zeitweilig hielt ich den „Hai“ für mein bestes Buch – mir war, als beherrsche ich erstmals mein Handwerk ganz. In den Plot floss auch die Idee eines Doppelagenten ein, die ich als Handlungsmotiv dem Roman „Es muss nicht immer Kaviar sein“ des Wiener Erfolgsautors Johannes Mario Simmel entnommen hatte; das freute ihn, als wir später durch Stefan Heym miteinander bekannt wurden.


16 Der AdjutantDer Adjutant

1971, Mitteldeutscher Verlag

Erster Teil der Roman-Trilogie „Die Dominikanische Tragödie“

Gesamtauflage 210.000

Der Roman wurde 1972 als Fernseh-Mehrteiler unter der Regie von Peter Deutsch mit Ezard Haußmann in der Hauptrolle verfilmt. Ebenfalls 1972 erschien der Roman in Westdeutschland im Kindler Verlag.

Übersetzung ins Tschechische

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Vor mir hatten sich schon der Dresdner Romanautor Günter Felkel („Menschen im Hurrican“) wie auch der süddeutsche Essayist Hans Magnus Enzensberger („Politik und Verbrechen“) mit dem dominikanischen Diktator Rafael Trujillo befasst: ein mich faszinierender Typ des hemmungslosen Alleinherrschers.


17 Der ResidentDer Resident

1973, Mitteldeutscher Verlag

Zweiter Teil der Roman-Trilogie „Die Dominikanische Tragödie“

Gesamtauflage 170.000

Übersetzung ins Tschechische

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Zu meinen Quellen zählte – neben Interviews mit dominikanischen Flüchtlingen auf Cuba – das Werk des ehemaligen US-Botschafters in Santo Domingo, John B. Martin: „Overtaken by Events“; es zeigt, wie ein liberaler Politiker die Illusionen verliert und an der brutalen Wirklichkeit scheitert.


18 Tod des ChefsTod des Chefs oder die Liebe zur Opposition

1975, Eulenspiegel Verlag

Illustrationen: Peter Muzeniek

Das satirische Schaupiel über Demokratie und Scheinopposition (Schauplatz ist eine Bananenrepublik nach der kubanischen Revolution) wurde 1974 am Volkstheater Rostock aufgeführt und erschien 1975 als Buchausgabe.

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Hier lockte es mich zu zeigen, wie eine Rechtsdiktatur versucht, die verärgerte Schutzmacht USA zu versöhnen, indem sie sich ihr als Bollwerk gegen die Linken anbietet.


19 Schwarzer DezemberSchwarzer Dezember

1977, Mitteldeutscher Verlag

Gesamtauflage 140.000

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Ein DDR-Regisseur geht in den Westen. Dass er dort nicht scheitert oder kleinlaut heimkehrt, sondern einen realistischen Film im Guatemala plant, passte der Ost-Zensur nicht. Dank meines Verlegers Dr. Günther erschien der Roman – von mir in Waldgesprächen mit meiner zweiten Frau Ingrid entwickelt – dennoch.


20 Die EntführungDie Entführung

1979, Mitteldeutscher Verlag

Erzählungen

Gesamtauflage 120.000

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Die Titel-Geschichte beruht auf den unveröffentlichten Erinnerungen eines guatemaltekischen Guerilleros. Anlässlich meiner dritten Cuba-Reise vertraute mir Alfonso Bauer Paiz, vormals Chef der Staatsbank Guatemalas, das umfangreiche Dokument des linken Widerstandes in den 1960er Jahren in seiner Heimat an.


21 Der ReporterDer Reporter

1980, Mitteldeutscher Verlag

Dritter Teil der Roman-Trilogie „Die Dominikanische Tragödie“

Gesamtauflage 130.000

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Mich lockte die historische Parallele zum 56er Einmarsch der Sowjetunion in Ungarn, als neun Jahre später US-Truppen bei Santo Domingo landeten, um dort den Links-Rutsch zu stoppen: Großmacht-Interessen entkräften demokratische Grundsätze oft im Handumdrehen.


22 Die SucheDie Suche

1981, Verlag Das Neue Berlin

Erster Band der Romantrilogie „Die Abenteuer des Uwe Reuss“

Gesamtauflage 65.000

Übersetzung ins Polnische

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Nach dem „Schwarzen Dezember“ die nächste Story eines DDR-Flüchtlings, der im Westen nicht scheitert, sondern sich als Segler in der Karibik bewährt.


24 Die fünf LebenDie fünf Leben des Dr. Gundlach

1982, Militärverlag

Gesamtauflage 120.000

Der Roman wurde 1984 unter der Regie von Jurij Kramer für das Fernsehen verfilmt und lief dort unter dem Titel „Das zweite Leben des Dr. Gundlach“.

Übersetzung ins Tschechische

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Der „Troubleshooter“ eines westdeutschen Konzerns soll in Nicaragua den entführten Konzerndirektor auslösen und scheitert trotz all seiner Abgebrühtheit zwischen den Fronten des Bürgerkriegs.


27 Der sechste SinnDer Sechste Sinn

1987, Mitteldeutscher Verlag

Dieser Roman, der im DDR-Hochschulmilieu spielt und von der Erfindung eines Partnersuchgerätes handelt, entstand bereits 1980. Seine Veröffentlichung wurde von der staatlichen Zensur viele Jahre behindert. Er basiert auf der Erzählung „Harmo 88“, die Schreyer ursprünglich auf Vermittlung von Stefan Heym beim Münchner „Verlag der Autoren“ veröffentlicht hatte, welcher den Text in Lizenz an das Magazin „Playboy“ verkaufte, wo er unter dem Titel „Die Partei, die regelt den Verkehr“ im September 1978 erschien.

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Ein Buch, das im Grunde von meinem eigenen Schreiberleben handelt und ein Resumee versucht; undenkbar ohne die Mitwirkung meiner zweiten Frau Ingrid und deren arbeitsreichem Kontakt zu Fachleuten von der Technischen Hochschule Magdeburg; auch Experten der Verkehrshochschule „Friedrich List“ in Dresden halfen mir.


26 Der Mann auf den KlippenDer Mann auf den Klippen

1987, Militärverlag

Gesamtauflage 75.000

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Die Abenteuer einer Hamburger Journalistin von Rang, die im Herbst 1983 den Umsturz und die US-Landung auf der Karibikinsel Grenada erlebt. In der Ich-Form erzählt, hätte ich das ohne die Hilfe meiner Frau kaum glaubwürdig geschafft: Weibliche Einfühlung ergänzte glücklich das Studium vieler historischer Quellen.


25 Der FundDer Fund

1987, Verlag Das Neue Berlin

Zweiter Band der Romantrilogie „Die Abenteuer des Uwe Reuss“

Auflage 15.000

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Diese Fortsetzung wurde mir von manchem Besucher unserer Buchbasare in Rostock oder Ahrenshoop nahegelegt; und beflügelt von meiner eigenen Segelei auf dem Saaler Bodden schrieb ich los.


28 UnabwendbarUnabwendbar

(zusammen mit Ingrid Mittelstraß), 1988, Verlag Das Neue Berlin

Erster Teil der Wende-Trilogie vom Fischland

Gesamtauflage 70.000

Auch dieser Roman, der von einem Kriminalisten der Volkspolizei handelt, der sich in eine Straftäterin verliebt, entstand schon viele Jahre vor Erscheinen und wurde lange durch die staatliche Zensur aufgehalten. Das Erscheinungsjahr 1988 fiel mit dem offiziellen Ende der Buchzensur in der DDR zusammen.

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Kann ein Volkspolizist, als er noch nichts ahnt, sich in eine Diebin verlieben – oder schützt ihn davor der Klasseninstinkt oder die Schulung? Das glaubte die VP-Führung in Rostock und hielt das Erscheinen des Buches lange auf.


30 Endzeit der SiegerEndzeit der Sieger

1989, Mitteldeutscher Verlag

Auflage 30.000

Dieser Roman über eine amerikanische Industriellenfamilie spielt vor dem Hintergrund der Hochphase des kalten Krieges in den 1980er Jahren. Schreyer reiste zur Recherche 1987 viele Wochen durch die USA, was sein westdeutscher Freund Hubert von Blücher ermöglicht hatte, der den Romanstoff mit entwickelte.

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Nach dem Kriegsbuch „Unternehmen Thunderstorm“ mein umfangreichster Roman – ich bin darauf ebenso stolz: es ist die Frucht von 40 Jahren Freundschaft mit dem Düsseldorfer Filmer und Firmenchef Hubert, von dessen Insider-Kenntnissen von US-Firmen und Familiengeschichten das ganze Buch lebt. Den Verleger begeisterte es so, dass er – ganz unüblich im Literaturbetrieb – mein Honorar von 15% des Ladenpreises auf 17% erhöhte.


29 Die BeuteDie Beute

1989, Hinstorff Verlag

Auflage 20.000

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Immer schon ein Marine-Fan, unterstützten mich bei dieser Hilfskreuzer-Story aus dem Ersten Weltkrieg Ahrenshooper Seglerfreunde, deren Chef als Fregattenkapitän der Volksmarine Zugang zu deren „Giftschrank“ hatte und mir Originalberichte von damals überließ.


31 NebelNebel

1991, Verlag Das Neue Berlin

Zweiter Teil der Wende-Trilogie vom Fischland

Auflage 10.000

Dieser Roman verarbeitet die Ereignisse vom Herbst 1989, gilt als erster deutscher „Wende-Roman“ und wurde 1992 für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Zunächst war eine Verfilmung durch die ARD-Anstalt Radio Bremen geplant, die aber letztlich nicht zustande kam, da der Stoff dem Sender 1993 nach eigener Aussage nicht mehr aktuell genug erschien.

“Wer hat denn eigentlich in all dem Werberummel um Grass zur Kenntnis genommen, daß es einen Wenderoman um das Jahr 1990 herum längst gibt, ja eine Wendetrilogie? Die Bände erschienen 1988, 1991 und 1994 und umfassen je Buch die 80er Jahre, das Wendejahr und schließlich die Zeit danach. Spannend geschrieben, detailgenau, Fakten und Personen des geschichtlichen Prozesses sind nachprüfbar, und vor allem wird die Befindlichkeit der Betroffenen deutlich. Deutsche, insbesondere ostdeutsche Geschichte: ein Kriminalroman. Nur, nicht Grass hat ihn geschrieben, sondern Wolfgang Schreyer” Saarbrücker Zeitung

1994 erschien eine Nachauflage beim Verlag Das Neue Berlin, 2006 eine Neuausgabe im BS-Verlag, außerdem 2010 eine Lizenzausgabe bei Weltbild.

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Hier schrieb ich gemeinsam mit meiner Frau Ingrid den Konflikt zwischen dem VP-Kriminalhauptmann Wendt und seiner Jenny fort – ein Spiegelbild meiner zweiten Ehe: Ingrid kämpfte an der Seite des Neuen Forums, ich hielt – wie Stefan Heym – an der Idee eines menschlichen Sozialismus fest.


32 AlpträumeAlpträume

1991, Dr. Ziethen Verlag

Dreizehn erotische Geschichten mit kriminellem Hauch

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Ein kleiner Versuch, mit Hilfe eines munteren Kleinverlags der neuen Marktlage zu entsprechen.


33 Das QuartettDas Quartett

1994, Verlag Das Neue Berlin

Dritter Teil der Wende-Trilogie vom Fischland

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Hier schildere ich die Übernahme großer Teile der DDR-Wirtschaft – und auch der meisten Ahrenshooper Grundstücke – durch westdeutsche Alteigentümer oder auch Neureiche, sowie den Aufstieg eines Rostocker Rechtsanwalts zum führenden Immobilienhändler in MV.


34 Der zweite MannDer zweite Mann

2000, Verlag Das Neue Berlin

Rückblick auf Leben und Schreiben – Die Autobiographie

Anmerkung Wolfgang Schreyer: „Man muss sich erinnern, bevor das Vergessen beginnt“ – so fängt meine Autobiographie an: der Versuch, rücksichtslos aufrichtig das Wesentliche dessen festzuhalten, was mir nach 70 Jahren noch als wesentlich im Gedächtnis war … Heute oft recht gefragt, verhinderten zwei Pleiten meines Stammverlags („Das Neue Berlin“) eine Nachauflage.


35 Der VerlustDer Verlust

2001, BS-Verlag

Dritter Band der Romantrilogie „Die Abenteuer des Uwe Reuss“

Der Rostocker BS-Verlag machte es sich ab dem Jahr 2000 zur Aufgabe, auch viele der vergriffenen Werke Wolfgang Schreyers wieder neu aufzulegen. Ebooks von den meisten Titeln bietet darüberhinaus die Edition Digital an.

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Dieser Titel wurde mir von einem Buchbasar-Besucher persönlich ans Herz gelegt. Und der Logik, auf „Die Suche“ und „Der Fund“ nun den „Verlust“ folgen zu lassen, konnte ich mich nicht entziehen – stets der Fabulierlust des Altmeisters Stevenson („Die Schatzinsel“) gern folgend.


36 Das KurhausDas Kurhaus

2002, BS-Verlag

Erzählung

Eine Rezension der Zeitung „Neues Deutschland“ findet sich hier.

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Hier sollte ein kleines Zeitbild entstehen, mit meiner familiär gestützten Lokalkenntnis und der Erinnerung an die zwei Kurhäuser aus Kaisers und DDR-Zeiten, in denen ich Silvesterfeste und eine Eheschließung feiern durfte.


schreyer-F I N A LDie Legende

(zusammen mit Paul Schreyer), 2006, Verlag Das Neue Berlin

Dieser Roman, der die Ereignisse vom 11. September 2001 kritisch verarbeitet, erschien zunächst 2005 im Selbstverlag, nachdem mehr als 30 große deutsche Verlage eine Veröffentlichung abgelehnt hatten. Schließlich erschien er 2006, zum 5. Jahrestag der Anschläge, im Verlag Das Neue Berlin und wurde etwa 5.000 mal verkauft.

Übersetzung ins Russische

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Die Widerstände diesmal ähnlich hoch wie bei manchem Titel in der DDR! Aber mein Sohn gab nicht auf, bis wir zwei es geschafft hatten, das umstrittene Buch zu publizieren.


38 Ahrenshooper BegegnungenAhrenshooper Begegnungen

2008, BS-Verlag

Wolfgang Schreyer schildert Begegnungen mit Literaten wie Stefan Heym, Brigitte Reimann oder Dieter Wellershoff in seinem Haus in Ahrenshoop.

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Eine Chance für mich, die oft ambivalenten Beziehungen zu befreundeten Autoren zu präzisieren – soweit sie mich hier besucht oder in unserem kleinen Gästehaus gewohnt haben.


39 Der LeuchtturmDer Leuchtturm

2009, Scheunenverlag

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Hier habe ich versucht, die beim Publikum recht begehrte Wende-Trilogie fortzuschreiben – was ist aus dem abgehalfterten Kriminalisten Wendt geworden? Es fiel mir schwer, mich von dem Mann zu trennen; so wie bei den zwei verstorbenen Kripo-Chefs, die mich mit gutem Rat und mancher Akte unterstützt haben.


40 Die VerführungDie Verführung

2010, Verlag Das Neue Berlin

Erzählungen

Anmerkung Wolfgang Schreyer: Darin die Hauptstory „Gran Cayman“ als Paradebeispiel für Steueroasen, in denen Walter Ulbrichts oft überliefertes Wort zu gelten scheint: „Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben!“ (Nur wenigen erschließt sich so recht, dass dies für beide Systeme zu gelten scheint.)


41 Der Feind im HausDer Feind im Haus

2011, Verlag Das Neue Berlin

Eine Rezension von Walter Kaufmann findet sich hier.

Anmerkung Wolfgang Schreyer:  Ein Denkmal für das ZDF-Hauptstadtstudio und dessen Terrorismus-Experten. Über die Örtlichkeit informierte mich Egon Krenz, der als FDJ-Chef ein Vormieter des ZDF gewesen war.


Cover Ansicht.inddZu guter Letzt

2016, BS-Verlag (hier erhältlich)

Erinnerungen, Erzählungen und Essays

„Es gehört Mut zu so einem Buchtitel: ‚Zu guter Letzt‘. Wie viel Kraft braucht solch ein Unterfangen, das ‚Wagnis eines Endbuchs‘ einzugehen, wo wir doch alle zeitlebens nichts unversucht lassen, das ‚Ende‘ irgendwohin ins fast nicht Glaubhafte zu verbannen. Wir wenden den Blick ab, wenn wir uns ihm nähern, und sind bedrückt, wenn es uns nicht gelingt. Es ist eine Lebensleistung, die Wolfgang Schreyer uns da vorführt: ruhig mit bewundernswürdiger Aufrichtigkeit, Bilanz zu ziehen – aber das nicht im Ton der Klage, den wir wohl verstehen müssten, sondern ‚mit leisem Anhauch von Ironie, die mir oft geholfen hat‘.“ Irmtraud Gutschke, Neues Deutschland